Bauchweh! Augsburger Tenöre können in China nicht auftreten

An ihre China-Reise in Augsburgs Partnerstadt Jinan werden sich zahlreiche Mitglieder des Philharmonischen Chores als schwäbische Kultur-Botschafter mit gemischten Gefühlen erinnern. Was man in Südamerika „Montezumas Rache“ nennt – sprich massive Magen- und Darmstörungen wie Diarrhö – machte einem größeren Teil der Gruppe bereits am zweiten Tag des Aufenthalts zu schaffen.

 So konnten zwei Tenöre wegen Reizdarm-Syndrom nicht auftreten. Auch Dirigent Wolfgang Reß hatte es erwischt. Er konnte allerdings seine Aufgaben als musikalischer Leiter trotz Handicaps erfüllen und mit seiner Frau Monika noch einen Ausflug in die Verbotene Stadt in Peking unternehmen. 

Mediziner glücklicherweise mit dabei

Glücklicherweise befanden sich in der Augsburger Delegation zwei Mediziner, die mit Pillen aus der  Reiseapotheke Schlimmeres verhüten konnten. Über die Ursache der gesundheitlichen Störungen wird nach wie vor gerätselt, zumal Reß heute noch an den Nachwirkungen laboriert. Dennoch wertet er die Tour als Erfolg. Mit einem zweistündigen Konzert beim dortigen Chorfestival – eine stimmgewaltige Reise durch fünf Jahrhunderte – begeisterten die Augsburger das Publikum. Und Reß berichtet, dass ihn die Chinesen am liebsten ganz verpflichtet hätten. Er allerdings lebt lieber in Augsburg und vertraut auf heimische, verträgliche Kost. 

Zu wenig Reisschnaps als Auslöser?

Dabei hatte ihm sein Bruder Uli Reß aus Gersthofen, weithin bekannt als Kammersänger der Münchner Staatsoper, der schon viel Asien-Erfahrung hat, ausdrücklich die Peking Ente empfohlen. Vermutlich, so Uli Reß, wurde halt in China entgegen seinem Ratschlag zu wenig Reisschnaps dazu getrunken, der angeblich Magenverstimmungen vorbeugt. Ob er es jetzt selbst so hält, verrät Uli Ress nicht, der am Dienstag mit der gesamten Staatsoper nach Tokio in Japan aufbricht. Auch das ganze Drumherum inklusive Bühnenbild wird dorthin gebracht. Reß selbst ist in Tokio in Mozarts Zauberflöte und in Wagners Tannhäuser mehrfach im Einsatz, bis es Ende September zurückgeht – hoffentlich ohne Bauchweh! Schließlich kann sich Uli Reß bald auf chinesische Verwandtschaft freuen. Schon bald will sein Sohn Christian, der in der Gastrobranche arbeitet (zur Zeit bei Bobs) und viel in asiatischen Hotels im Einsatz war, seine chinesische Freundin Look heiraten.