FCA: 1:1 gegen Leverkusen

Danso mit Tor-Debüt. Der FC Augsburg ist nicht nur tabellarisch auf einer Augenhöhe mit Bayer 04 Leverkusen.

Remis mit Nachspiel

Das 1:1-Remis gegen die Werkself zeigte, dass die Mannschaft von Trainer Manuel Baum mit den Großen der Liga mithalten kann. Auch Philipp Max resümierte nach 90 Minuten: „Wir haben uns richtig gute Chancen erarbeitet, sind viel gelaufen und haben viel investiert. Unter dem Strich geht das Unentschieden am Ende dann aber in Ordnung.“ Rani Khedira sah es genauso: „Zu Beginn war Leverkusen die etwas bessere Mannschaft, dann haben wir auch gut ins Spiel gefunden.“

Dass sich die Freude über den Punkt aber in Grenzen hielt, lag – wieder einmal – an der Schiedsrichterentscheidung. In der 40. Minute bekommt Panagiotis Retsos den Ball an die Hand. Unabsichtlich sagte Schiedsrichter Christian Dingert und deswegen entschied er auf Abstoß, statt auf Elfmeter: „Der Ball fällt von oben dem Leverkusener Spieler an die Hand – unabsichtlich. Es gab kein Signal vom Video-Schiedsrichter, denn sonst hätte ich meine Entscheidung revidiert und sie überprüft. Ich zeige Abstoß an. Es gab aber danach Kontakt mit ihm und er hat mir die Entscheidung bestätigt.“

Stellt sich die Frage, warum der Video-Schiedsrichter das Handspiel nicht als absichtlich bewertete und einschritt. Das wiederum brachte den FCA-Manager in Rage: „Deutlicher kann man den Ball nicht mit der Hand spielen! Wir haben uns die Szene 20 Mal angeschaut. Der Schiedsrichter zeigt ganz klar ins Zentrum, also auf den Punkt. Jetzt sagt er sicherlich, dass er auf Abstoß entscheidet. Aber er zeigt klar auf den Elfmeterpunkt. Dann ist die Entscheidung unstrittig!“ Der Welt- und Europameister geht sogar noch weiter: „Vielleicht muss man in Köln darüber nachdenken, dass man internationale Schiedsrichter einsetzt. Also Personen, die mit keiner Mannschaft etwas zu tun haben um Situationen zu bewerten und zu analysieren. Was wir teilweise für Begründungen und Argumente hören, das verstehe ich nicht. Das wird hin und her gedreht. So macht das keinen Spaß!“

Michael Gregoritsch, der bei dem vermeintlichen Handspiel am nähesten dran war, versichert: „Ich habe nicht geschubst. Das war ein klares Handspiel. Die Regel besagt doch, im Zweifel für den Angreifer. Den Elfmeter hätte ich gerne geschossen.“ Und Trainer Manuel Baum verglich den Einsatz des Video-Schiedsrichters mit dem beim Hockey: „Da gibt es auch eine Strafecke, wenn ich ans Bein schieße. Hand ist Hand – das sollten wir klar sagen, dann gibt es keine Diskussion mehr! Wir wurden klar benachteiligt. An sich ist der Videobeweis eine gute Einrichtung, aber das war eine falsche Entscheidung!“

Der Trubel lenkte dabei vom Tag von Kevin Danso ab. Vor dem 0:1 durch Kevin Volland rutschte der Österreicher aus, zwei Minuten später erzielte er sein erstes Bundesliga-Tor. Das Wechselbad der Gefühle ließ den 19-Jährigen aber kalt, denn er ärgerte sich mehr über das Gegentor, als er sich über seinen Treffer freute: „So ein Tor zu kassieren, ist ärgerlich. Ich hatte dann das Gefühl, dass ich es unbedingt besser machen muss. Vor dem Tor habe ich nur auf den Ball geschaut und wollte das Ding unbedingt reinmachen. Dann habe ich aber an nichts gedacht, sondern wollte einfach nur wieder zurück in die Innenverteidigung.“ Danso ist ein stiller Genießer, dafür freuen sich andere.

So wie Michael Gregoritsch: „Kevin ist so etwas wie mein kleiner Bruder. Den muss ich jetzt aufziehen, weil er nach seinem Tor nicht gelacht hat. Da macht er sein erstes Tor und läuft weg als ob er eine Chance vergeben hätte. Jetzt müssen wir ihm nur noch das Jubeln beibringen.“