Lebensretter an der Decke

Damit nichts anbrennt - Rauchmelder werden ab Januar in allen Wohnräumen Pflicht ! 

Jetzt gilt es

Ab dem 1. Januar 2018 herrscht in Deutschland in allen Wohnungen die Rauchmelderpflicht. Das heißt, dass sich der jeweilige Eigentümer darum kümmern muss, dass die handtellergroßen Alarmgeräte an den dafür vorgesehenen Stellen in den infrage kommenden Zimmern angebracht sind.
Diese Melder – soweit sie klassische Rauchmelder sind – reagieren empfindlich auf Trübungen in der Luft und geben dann einen schrillen Alarmton ab. Kommen diese Trübungen vom Rauch eines Zimmerbrandes, können sie Leben retten. Denn der Warnton, so Stefan Fichtl, stellvertretender Innungsobermeister im Kaminkehrerhandwerk, soll für die Bewohner in der Regel bedeuten: Fenster und Türen schließen und dann raus aus der Wohnung. Freilich, so Fichtl, müsse das nicht gelten, wenn es sich um einen Fehlalarm handle, der durch opulentes Kochen, Deo-Nutzung oder eine brennende Zigarette ausgelöst ist.


Sich selbst an die Brandbekämpfung machen – das ist laut Fichtl ein gewagtes Unterfangen. Freilich könne, wer habe, einen Feuerlöscher verwenden oder eine Brandlöschdecke – aber bitte erst, wenn die Feuerwehr (Telefon 112) alarmiert ist. Die Feuerwehr alarmieren sollte auch, wer als Nachbar einen Rauchmelder nebenan länger piepsen hört. Vielleicht ist der Nachbar ja gar nicht da – oder bereits in Gefahr…
Nicht unbedingt die Feuerwehr braucht man, um die im Handel in verschiedenen Modellen und Qualitäten erhältlichen Rauchmelder zu installieren. Jeder Verpackung liegt laut Fichtl eine genaue Anweisung bei, wo und wie das Gerät anzubringen ist. Generell gilt: In jeden Wohn- und Schlafraum gehört eines dieser weißen, Butterstückgroßen weißen Geräte an die Decke, nicht hingegen in Bädern oder Küchen. Manche werden geschraubt, manche werden geklebt, die meisten heute erhältlichen Modelle sind mit einer fest eingebauten, etwa zehn Jahre lang haltenden Batterie ausgestattet. Freilich lässt sich die Meldekette in größeren Gebäuden über Keller und Dachboden ausbauen, dazu können die einzelnen Melder miteinander verbunden werden. Näheres dazu gibt es bei speziellen Brandschutzfirmen oder Elektroinstallateuren, die auch die Installation übernehmen. Weiterhelfen können auch Kaminkehrer oder die örtlichen Feuerwehren – freilich auch das Internet. Dort gibt es auch Informationen über (nicht vorgeschriebene) Melder, die vor Gas, Kohlenmonoxid etc. warnen können.
Hauptaufgabe für die Kaminkehrer ist es, dort, wo ein entsprechender Auftrag vorliegt, eine jährliche Sichtprüfung in Sachen Rauchmelder vorzunehmen. „Wir schauen nach, ob da Geräte vorhanden sind, wo sie hinmüssen“ so Fichtl. Dass sie da sind, wo sie hingehören, das sei Eigentümersache. Und letztendlich müsse jeder mit sich selbst ausmachen, ob er auf seine Sicherheit, auf Rauchmelder auch künftig verzichtet – und einen Gesetzesverstoß begeht.

Vorsicht Falle


Polizei und Feuerwehr weisen im Zusammenhang mit der Rauchmelderpflicht darauf hin, dass immer wieder Falschmeldungen auftreten (Kettenbriefe...). Weder die Berufsfeuerwehr Augsburg noch die Freiwilligen Feuerwehren führen Kontrollen von Rauchwarnmeldern in Privathaushalten durch. Die Polizei bittet, derartige Kettenbriefe zu unterbrechen, falls man eine solche Meldung erhalte. Falls dennoch ungebetener Besuch von „Rauchmelderkontrolleuren“ vor die Haustür kommt, solle man die Polizei informieren.